Die Mehrheit der Deutschen sieht ein mögliches AfD-Verbot einer Umfrage zufolge skeptisch. 41 Prozent der Befragten sprachen sich laut einer Blitzumfrage im Auftrag von RTL und ntv für ein AfD-Verbot aus, 52 Prozent waren dagegen.
Auf die Frage, ob die AfD auch im Westen an Zuspruch dazugewinnen könnte, waren die Befragten gespalten. 44 Prozent glauben, dass es in einigen Jahren auch in Westdeutschland ähnliche Ergebnisse geben könnte. 49 Prozent der Befragten halten dies für unwahrscheinlich.
Bei der Bundestagswahl wurde die AfD zweitstärkste Kraft. Starke Zugewinne verzeichnete die Partei vor allem im Osten Deutschlands – in allen fünf ostdeutschen Flächenländern wurde die AfD stärkste Kraft.
Eine große Mehrheit von 69 Prozent der Befragten findet es der Umfrage zufolge richtig, dass alle anderen Parteien eine Koalition mit der AfD auf Bundesebene ausschließen. 28 Prozent der Befragten halten dies für falsch – insbesondere AfD-Anhänger sowie eine Mehrheit der BSW-Wähler. Die FDP-Anhänger sind in dieser Frage gespalten. Was Koalitionen mit der AfD auf Länderebene angeht, spricht sich ebenfalls eine große Mehrheit von 63 Prozent dagegen aus.
Für die Blitzumfrage wurden 1015 Menschen in Deutschland befragt. Die statistische Fehlertoleranz wurde mit plus/minus drei Prozentpunkte angegeben.
Höcke: Möchte Thüringer Ministerpräsident werden
Nach dem Höhenflug der AfD bei der Bundestagswahl unterstrich Thüringens AfD-Chef Björn Höcke seinen Führungsanspruch im Landesverband. Er wolle die Partei weiter führen und sie in Regierungsverantwortung bringen, sagte Höcke in Erfurt. „Ich möchte Ministerpräsident in Thüringen werden und das werde ich auch.“
Die AfD hatte bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag in Thüringen mit 38,6 Prozent ihr bestes Ergebnis unter allen Bundesländern eingefahren und die anderen Thüringer Parteien distanziert. Höckes Partei wird vom Landesverfassungsschutz als erwiesen rechtsextrem eingestuft und beobachtet.
Höcke trat damit Spekulationen entgegen, die Förderung von AfD-Nachwuchspolitikern könnte ein Indiz für einen möglichen Führungswechsel sein. „Ich bin, wenn etwa passiert, ersetzbar. Das heißt nicht, dass ich ersetzt werden will“, sagte er.
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