Laut einer aktuellen Studie würde eine starke Erhöhung der Verteidigungsausgaben die deutsche Wirtschaft ankurbeln und Zigtausende Arbeitsplätze schaffen. Profitieren könnten nicht nur Rüstungsunternehmen.

Eine deutliche Steigerung der Verteidigungsausgaben wäre nicht nur eine Investition in die eigene Sicherheit, sondern auch ein echtes Konjunkturprogramm. Bei einer Erhöhung des bisherigen Zwei-Prozent-Ziels der Nato auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) würde das europäische BIP-Wachstum um 0,66 Prozentpunkte steigen. Europaweit könnten zudem 660.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Das ergab eine Analyse der Unternehmensberatung EY im Auftrag der Dekabank, die dem "Handelsblatt" vorliegt.

Die deutsche Wertschöpfung würde demnach um 6,4 Milliarden Euro steigen. 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze könnten hierzulande entstehen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt dem Bericht zufolge die London School of Economics.

Das durch Verteidigungsausgaben ausgelöste Wachstum "kann wichtige Impulse liefern, um die schleppende wirtschaftliche Entwicklung in einigen europäischen Volkswirtschaften - insbesondere in Deutschland - anzukurbeln", zitiert EY Deka-Vorstand Matthias Danne. Den Beratern zufolge würden neben dem Rüstungssektor unter anderem die Metallindustrie und Dienstleister wie Transport- und Logistikunternehmen profitieren. Damit sei Verteidigungspolitik zugleich Industriepolitik.

Europa ist zu einer Aufrüstung quasi gezwungen. Die neue US-Regierung stellt entsprechende Forderungen an die übrigen NATO-Staaten und zieht sich aus der Unterstützung der Ukraine bei der Abwehr von Russlands Angriffskrieg zurück - während die militärische Bedrohung bleibt. Die EU-Kommission arbeitet bereits an Sonderregeln für höhere Verteidigungsausgaben. Mitgliedstaaten sollen neue Schulden dafür machen dürfen, ohne ein EU-Defizit-Verfahren fürchten zu müssen.

Wenn der Ukraine-Krieg endet, würden deutsche Unternehmen ebenfalls profitieren. Denn sie könnten sich am Wiederaufbau der zerstörten Landesteile beteiligen. Die erwarteten Investitionen belaufen sich auf bis zu drei Billionen Euro.

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