US-Präsident Trump droht mit Einfuhrzöllen in Höhe von 25 Prozent für Autos. Nach und nach bereiten sich Autobauer aus Deutschland auf die Abgaben vor und loten ihre Optionen aus. Zwei Hersteller haben besonders schlechte Karten.

Deutschlands Autobauer bereiten angesichts der drohenden Einfuhrzölle in den USA eine höhere Produktion in Nordamerika vor. So will sich die Volkswagen-Tochter Audi noch in diesem Jahr auf eine nordamerikanische Produktionsstätte für den US-Markt festlegen. Audi-Chef Gernot Döllner sagte in einem veröffentlichten Interview, Nordamerika und die USA als Schwerpunkt seien die Wachstumsregion.

"Wir haben verschiedene Optionen: Wir könnten in bestehende Werke des Volkswagen-Konzerns gehen oder wir bauen zusätzliche Kapazitäten auf." Audi werde sich in diesem Jahr festlegen. "Wir sind lösungsoffen und bewerten die unterschiedlichen Optionen", antwortete er auf die Frage nach einem Werk in den USA.

Auch Mercedes-Benz nimmt seine Produktion im US-Werk in Alabama ins Visier. Mercedes-Finanzchef Harald Wilhelm sagte am Donnerstag, das Unternehmen könnte mehr in Tuscaloosa lokalisieren, um auf die Spannungen zu reagieren. Die Stuttgarter stellen in der Anlage vor allem SUV-Modelle her. Nach Unternehmensangaben werden derzeit ungefähr zwei Drittel der Produktion exportiert.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr nach Angaben der International Trade Administration fast 800.000 Fahrzeuge aus Europa in die USA exportiert, das sind fast viermal so viele, wie umgekehrt aus den USA nach Europa gebracht wurden. Ein großer Teil dieser Importfahrzeuge aus den USA stammt aus der Produktion europäischer Hersteller; so führt allein BMW gut 90.000 Fahrzeuge aus den USA in Europa ein. BMW-Einkaufschef Joachim Post sagte, sein Unternehmen lehne eine eigene Vereinbarung mit der US-Regierung über Zollvergünstigungen ab. Das Unternehmen sei der größte Fahrzeugexporteur aus den USA. "Ich sehe keine Situation, in der wir unseren eigenen Deal brauchen".

BMW-Chef Oliver Zipse hatte zudem in der Vergangenheit darauf verwiesen, dass das große Werk in Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina dem Unternehmen Spielraum verschaffe. Um den Streit mit der US-Regierung zu entschärfen, macht sich Zipse seit längerem für niedrigere Einfuhrzölle in der Europäischen Union stark. Hier werden derzeit für US-Fahrzeuge zehn Prozent Zoll verlangt, während in den USA nur 2,5 Prozent Zoll für Pkw fällig werden. Zipse schlägt vor, den europäischen Zollsatz an das US-Pendant anzugleichen. Auch die EU-Kommission bemüht sich um eine Antwort.

EU-Handelskommissar Maros Sefcovic spricht am heutigen Freitag mit den Vertretern der großen Autobauer und Zulieferer. Bei dem virtuellen Treffen dürften die Zölle ganz oben auf der Agenda stehen. Erst vor wenigen Tagen hatte sich Sefcovic mit seinen US-Amtskollegen in Washington getroffen.

US-Präsident Donald Trump droht mit Einfuhrzöllen von 25 Prozent für Autos. Genaueres hat er für "um den 2. April" in Aussicht gestellt. Für Einfuhren aus Mexiko, wo BMW unter anderem die Limousine 3er fertigt, und Kanada hat Trump die Anfang Februar verhängten Zölle von 25 Prozent zuletzt um einen Monat verschoben. Von den Abgaben wären die zum Wolfsburger Volkswagen-Konzern gehörenden Hersteller Audi und Porsche besonders betroffen, weil sie bislang nicht über eine Produktion in den USA verfügen. Volkswagen-Chef Oliver Blume hatte am Wochenende dem ZDF gesagt, sein Unternehmen werde kurzfristig Kontakt mit der Trump-Regierung aufnehmen.

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt beim ursprünglichen Autor. Die erneute Veröffentlichung dieses Artikels dient ausschließlich der Informationsverbreitung und stellt keine Anlageberatung dar. Bei Verstößen kontaktieren Sie uns bitte umgehend. Wir werden bei Bedarf Korrekturen oder Löschungen vornehmen. Vielen Dank.